Das Problem Mehrheitsprinzip
Führungskräfte kennen die Situation: Eine Entscheidung wird formal getroffen, alle nicken – und in der Umsetzung passiert wenig. Die Überstimmten tragen das Ergebnis nicht wirklich mit. Wer sich enthalten hat, bleibt eine Black Box. Und manchmal zeigt sich erst Wochen später, dass die Entscheidung zwar beschlossen aber nie wirklich akzeptiert wurde.
Das ist kein Motivationsproblem. Es ist ein strukturelles Problem des Mehrheitsverfahrens selbst. Wer mit Ja oder Nein abstimmt, kann nicht sagen wie stark sein Einwand ist, ob er grundsätzlicher Natur ist oder nur ein Detail betrifft – und was nötig wäre damit er das Ergebnis aktiv mitträgt. Das Verfahren erzeugt eine Entscheidung, aber es erzeugt keine Information darüber wie tragfähig diese Entscheidung wirklich ist. Genau diese Information brauchen Führungskräfte aber, bevor Ressourcen und Energie in die Umsetzung fließen.