Stress ist einerseits ein hilfreicher Zustand erhöhter Reaktions- und Lernbereitschaft des Organismus, der dazu vorgesehen ist, zusätzliche Energie bereitzustellen, um schwierige Herausforderung zu bewältigen. Wenn die Bewältigung der Herausforderung gelingt, werden sogar belohnende Botenstoffe ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass die Bewältigungsstrategie besonders gut im Gedächtnis abgespeichert wird.
Andererseits ist anhaltender Stress bei gleichzeitiger Nichtbewältigung der Herausforderung schädlich für die Gesundheit, wenn Hormonsystem und autonomes Nervensystem dauerhaft im Ausnahmezustand sind. Stressauslöser können Situationen sein, in denen man sich nicht mehr zutraut sie zu meistern, also jegliche Hoffnung geschwunden ist, dass man noch einen Weg aus der bedrohlichen Situation findet.
Beispiele:
- Veränderungen am Arbeitsplatz, bei denen bisherige, erfolgreiche Verhaltensweisen nicht mehr zum Ziel führen (Beförderung, neuer Chef, neues Anforderungsprofil etc.)
- mangelnde Wertschätzung und fehlende Anerkennung von Arbeitseinsatz und -leistung (Gratifikationskrise)
- Ausgrenzungs-, Mobbing- oder Bossing-Phänomene
- fehlende Karriere- und Entwicklungschancen
- dauerhaftes Missverhältnis zwischen erlebten Kompetenzen und Jobanforderungen
- Mehr Aufgaben als Zeit zur Verfügung steht (privat und/oder beruflich)
- hohes berufliches Engagement, zu wenig Resonanz und schleichender Verlust an Sinnerleben (Burn-Out)
- Verlust an Regenerationsfähigkeit